Vom Problemfinder zum Chancenentdecker: Führung ohne Defizit-Brille

Sevira Patricia Landsberg • 21. Juli 2025

Ihr Weg zum Chancendenker-Team

Ein Montagmorgen in einem Führungsteam-Meeting:


Herr Müller präsentiert gut vorbereitet seine neue Strategie zur Kundengewinnung.  Kaum ist er fertig, meldet sich Herr Schmidt zu Wort: „Nette Idee - aber viel zu teuer! Und zu riskant! Das brauchen Sie gar nicht weiterzuverfolgen.“ Die anderen nicken zustimmend, und bald verwandelt sich die einst vielversprechende Idee in ein Sammelsurium an Einwänden, Bedenken und Storytelling von anderen Ideen, die auch gescheitert sind. Am Ende bleibt Herr Müller ratlos zurück, seine Motivation ist gedämpft – und das Team hat sich wieder einmal in der Defizit-Falle verfangen.


Warum wir so gern Probleme finden


Das obige Szenario kennen viele Führungskräfte nur zu gut. Probleme zu finden und Bedenken zu äußern, ist selbstverständlich ein wichtiger Punkt für realistische Einschätzungen. Doch Vorsicht:  Die Defizit-Brille aufzusetzen kann auch dazu führen, Risiken und Schwächen überzubetonen. Man wirkt vorsichtig, realistisch und vermeidet Fehler. Doch dieser Fokus auf das Negative lähmt Innovationen und demotiviert Teams.

Als Führungskräfte-Coach sehe ich immer wieder, wie dieser Problemfinder-Modus Unternehmen bremst. Wer ständig nur sieht, was nicht funktioniert und Scheitern befürchtet, schafft ein Klima von Demotivation und blockiert neue Ideen. Das kostet nicht nur Energie, sondern auch Kreativität.


Den Blick verändern: Vom Problemfinder zum Chancenentdecker


Der entscheidende Schritt ist, die Brille zu wechseln. Nicht nur Probleme sehen, sondern auch Potenziale und Chancen erkennen. Das klingt einfacher als es ist, denn unser Gehirn liebt Sicherheit und Gewohnheiten – und die Defizit-Brille ist eine davon.

Wie gelingt der Perspektivwechsel?


Selbstreflexion üben:

Wann ertappen Sie sich beim Aufsetzen der Negativ-Brille? Welche Ängste oder unschönen Erfahrungen stecken dahinter? Oft ist es die Angst vor Fehlern oder Kontrollverlust.


Fokus lenken:

Statt „Was könnte alles schiefgehen?“ in epischer Breite zu diskutieren, konzentrieren sich Sie sich auf die Frage „Welche Chancen eröffnet diese Idee?“ oder „Wie können wir mögliche Risiken sinnvoll anpacken?“


Meetings positiv starten:

Beginnen Sie mit einer Runde „Was läuft gut?“, um den Fokus auf Chancen zu lenken.


Konstruktive Kritik fördern:

Kritik ist erwünscht – doch sie sollte mit konkreten Vorschlägen zur Verbesserung verbunden sein. So wird aus dem Problemfinder ein Lösungsarchitekt


Training:

Investieren Sie in Workshops, die konstruktive Kommunikation fördern.


Rollenwechsel üben:

Lassen Sie Teammitglieder bewusst die Rolle des „Chancenentdeckers“ übernehmen.


Führungskräfte als Vorbilder


Die Haltung der Führungskraft prägt das Klima im Team maßgeblich. Wer den Fokus vorwiegend auf „den Haken an einer Sache“ legt, auf das, was noch nicht klappt oder Schuldige für Fehler in den Vordergrund stellt, erzeugt eingleisiges Denken in bewährten Bahnen und sogar Angst und Blockaden. Wer hingegen zu neuen Ideen und Blickwinkeln ermutigt, Chancen entdeckt und wertschätzt, motiviert und stärkt seine Mitarbeiter in Richtung Innovation und Chancen. In heutigen Arbeitswelten kann dies zu einem essenziellen Wettbewerbsfaktor werden.


Dieser Artikel erschien im Quantum-Magazin, Ausgabe Juni 2025.



Coach Sevira Patricia Landsberg erklärt Zusammenhang zwischen Nervensystem und Wirtschaftserfolg
von Sevira Patricia Landsberg 9. März 2026
Welchen Zusammenhang gibt es zwischen unserem Stressempfinden und Wirtschaftserfolg? Wirtschaftserfolg wird vor allem von Zahlen, Strategien und harten Fakten gestaltet ... Wirklich? Wer nachhaltig und innovativ agieren will, sollte verstehen, wie der Mensch „tickt“. Denn unser Nervensystem spielt eine entscheidende Rolle dabei, wie wir denken, entscheiden und handeln – besonders unter Stress. Wenn Menschen Angst oder Druck erleben, reagiert das Nervensystem mit einem automatischen Schutzmechanismus: Es schaltet in den sogenannten Stress- oder Angstmodus. Biologisch betrachtet führt dieser Zustand zu einer Verengung unseres Bewusstseins. Unser Gehirn fokussiert sich auf unmittelbare Gefahren und blockiert neue Informationen oder bahnbrechende Ideen. Das bedeutet: Im Stress-Modus sind wir weniger offen für Veränderungen und Innovationen – das genaue Gegenteil dessen, was in der dynamischen Wirtschaftswelt gefragt ist. Angst blockiert Innovation Dieses Phänomen hat weitreichende Auswirkungen auf Unternehmen und zu treffende Entscheidungen! Führungskräfte, die hingegen ihre eigenen Stressmuster und die ihrer Mitarbeiter kennen, können besser auf Herausforderungen reagieren und wissen, was erforderlich ist, um sich selbst regulieren zu können. Wie aber lässt sich dieser einengende Stressmodus durchbrechen? Zwei bewährte Methoden als Einstieg: 1. Tiefe Atmung: Bewusstes, ruhiges Ein- und Ausatmen aktiviert das parasympathische Nervensystem, unseren „Ruhemodus“. Diese einfache Übung kann helfen, wieder den Kopf frei zu bekommen und die körperliche Anspannung abzubauen. Regelmäßige Atempausen im Arbeitsalltag erhöhen die geistige Klarheit und fördern bessere Entscheidungen. 2. Körper-Achtsamkeit: Sich seiner Körperempfindungen bewusst zu werden – etwa durch kurze Pausen zur Wahrnehmung von Muskelverspannungen oder Haltung – hilft im ersten Schritt, Stress frühzeitig zu erkennen und diesem entgegenzuwirken. Achtsamkeit stärkt nicht nur die emotionale Resilienz, sondern verbessert auch das allgemeine Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit. Unternehmen sollten die mittlerweile gut erforschten Erkenntnisse rund um unser Nervensystem nicht nur als optionalen Wellnessfaktor sehen, sondern als essenziellen Bestandteil moderner Führungskultur . Die Beschäftigung mit dem eigenen Nervensystem und die bewusste Anwendung von Techniken zur effektiven Selbstregulation - wie tiefer Bauch-Atmung und Körper-Achtsamkeit - sind Schlüssel, um in stressigen Situationen handlungsfähig zu bleiben und sich einen offenen Geist zu erhalten. Mein Appell: Nehmen Sie sich die Zeit, sich mit diesem Wissen auseinanderzusetzen – sei es in Seminaren, Coachings oder im Selbststudium. Übertragen Sie diese Erkenntnisse aktiv in Ihren beruflichen Alltag. Denn nur wer versteht, wie Stress-Parameter unser Denken einschränken, kann sich bewusst regulieren und auch andere dafür gewinnen. Erfolg beginnt im eigenen Vorstellungsvermögen und in einem Gefühl von souveränem Überblick. Und dazu gehört auch: ein ausgeglichenes Nervensystem, das Zugriff auf unsere Kreativität und Gestaltungsfreude ermöglicht. Nehmen Sie Kontakt auf, wenn Sie wirksame Routinen zur Selbstregulation Ihres Nevensystems etablieren möchten. Erfahren Sie auch, wie Ihre Führungskommunikation einen wesentlichen Beitrag dabei leisten kann, Stresspegel zu reduzieren und Innovationskraft zu entfalten. 
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